Stiftung KinderHerz

Täglich kommen in Deutschland rund 19 Kinder mit einem Herzfehler auf die Welt. Das sind etwa 7.000 kranke Kinderherzen pro Jahr. Für die Eltern ist die Diagnose ein Schicksalsschlag, die nachfolgende Behandlung oft ebenso kraftraubend wie nerven-aufreibend. Nicht selten müssen die erst wenige Wochen alten Säuglinge komplizierte Operationen über sich ergehen lassen. Um die medizinische Versorgung der kleinen Patienten kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern, fördert die Stiftung KinderHerz Forschungsprojekte an renommierten Kinderherz-Zentren in ganz Deutschland.

Die Stiftung KinderHerz möchte die bestmögliche Versorgung für herzkranke Kinder nachhaltig und zuverlässig unterstützen. Sie fördert Projekte aus allen wesentlichen Gebieten der angeborenen und erworbenen Herzfehler, von der Diagnose und Behandlung über die Prävention bis hin zur Forschung und Entwicklung neuer Heilungsmethoden.

Medizinische Innovationen und starke Netzwerke

Mehr als 50 verschiedene Herzfehler sind bisher medizinisch klassifiziert, über zwei Drittel der erkrankten Kinder würden ohne Behandlung sterben. Schwerwiegende Eingriffe sind dabei nicht selten: Jährlich warten etwa 20 Kinder in Deutschland auf ein Spenderherz. Die Lobby dieser kleinen Menschen ist erschreckend gering.

Mitwachsende Herzklappen, mobile Ultraschall-Untersuchungen, Monitoring der Gehirnfunktion von Kindern während Herzoperationen – die Stiftung KinderHerz unterstützt Kinderherz-Zentren bei zukunftsweisenden Forschungsprojekten oder der Anschaffung innovativer Untersuchungs-Technologien. Manche der geförderten Projekte weisen über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Mehr Informationen zum Wirken der Stiftung KinderHerz sowie Links zu anschaulichen Filmen über die Arbeit in den Kinderherz-Zentren erhalten Sie unter www.stiftung-kinderherz.de.

Da wir in Hamburg leben, die Rallye in Hamburg startet und auch dort endet, möchten wir durch unseren Spendenaufruf gerne ein Projekt der Stiftung KinderHerz fördern, welches auch in Hamburg bestritten wird:

Die Entwicklung einer zweiten Herzkammer zur Therapie des angeborenen halben Herzens

Das gesunde Herz besitzt zwei Herzkammern. Die rechte Herzkammer pumpt das sauerstoffarme (= „verbrauchte“) Blut in die Lunge, die linke Herzkammer das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf.
Es gibt Babys, die nur mit einer Herzkammer (univentrikuläres Herz) zur Welt kommen. Bei diesen kleinen Patienten wird in einem meist dreischrittigen Operationsverfahren (Fontan-Prinzip) die eine zur Verfügung stehende Herzkammer dazu eingesetzt, das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf zu pumpen (entspricht linker Herzkammer). Das sauerstoffarme Blut wird direkt (also ohne vorgeschaltete Kammer) in die Lunge geleitet.
Das Fontan-Prinzip wird seit Ende der 1960er Jahre angewendet. Im mittel- und langfristigen Verlauf entwickeln sich jedoch immer wieder Probleme, die aus der fehlenden Herzkammer resultieren. Diese Probleme sind sehr vielschichtig und können neben einer deutlich verminderten Lebensqualität auch zum Kreislaufversagen und Tod führen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nur die Herztransplantation als kurativ anzusehen. Aufgrund des Spendermangels ist sie jedoch keine realistische Alternative für die allermeisten Patienten.
Daher ist es Ziel dieses innovativen Kooperationsprojekts vom Universitären Herzzentrum Hamburg (Herzchirurgie für angeborene Herzfehler) und dem Aachener Helmtholtz Institut für Biomedizinische Technik, auf dem Prinzip des Tissue engineerings eine bioartifizielle Herzkammer zu entwickeln. Diese Herzkammer besteht aus lebenden humanen Herzmuskelzellen und kann sich zusammen ziehen (kontraktil). Durch die Einbringung von bioartifiziellen Herzklappen wird ein gerichteter Blutstrom erzeugt. Diese Herzkammer soll ein Teil des verbrauchten Blutes aktiv in die Lunge Pumpen und so die zum Teil tödlichen Komplikationen, die aus dem passiven Blutstrom des Fontan Kreislaufs resultieren, verhindern.
Dieses Projekt ist interdisziplinär und interuniversitär ausgelegt. Nur so können die komplexen Anforderungen an das Ergebnis dieses medizinischen Projekts im Bereich angeborener Herzfehler realisiert werden. Im Ergebnis rechnen die Forscher mit einem bahnbrechenden Schritt, der für die betroffenen kleinen Herzpatienten eine größere Überlebenschance sowie eine erheblich optimierte Lebensqualität bedeuten würde.

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